Die Fortbildungsverordnung für ZivilingenieurInnen

Ausgestaltung der Weiterbildungsverordnung

+ Inhaltliche Ausgestaltung

  • ZivilingenieurInnen haben Fortbildungmaßnahmen in Höhe von mindestens 80 Stunden innerhalb eines Zeitraumes von vier Jahren zu erbringen,
  • wobei pro Jahr ein Mindestausmaß von 15 Stunden gilt.
    Achtung: Sie können daher nicht alle 80 Stunden im ersten Jahr absolvieren. Sie müssen pro Jahr mindestens 15 Stunden eintragen.
  • Während des Ruhens der Befugnis besteht keine Verpflichtung zur Fortbildung,
    Achtung: Bei Wiederaufnahme der Befugnis sind Fortbildungsmaßnahmen vorzuweisen: 20 Stunden, die in den letzten 12 Monaten vor Wiederaufnahme absolviert wurden.
  • Keine Fortbildungsverpflichtung besteht für das Kalenderjahr, in dem die Ziviltechnikerprüfung abgelegt wurde, und für das darauffolgende Kalenderjahr.
  • Die Fortbildungsmaßnahmen werden in der Verordnung beispielhaft aufgezählt. Als Fortbildungsmaßnahmen kommen Seminare, Webinare, Tagungen, Fachmessen, Konferenzen und Fachvorträge in Betracht. Weiters zählen eigene Forschungen und Entwicklungen sowie berufsrelevante Publikationen dazu. Auch die Tätigkeit als Mitglied in berufsrelevanten Gremien der Kammern der ZiviltechnikerInnen, als Prüfungskommissär und in Organisationen zur Erstellung von Regelwerken sind anrechenbar. Darüber hinaus zählen Vortragstätigkeiten und Lehrtätigkeiten sowie berufsrelevante Preisrichtertätigkeiten, Beiratstätigkeiten und Kommissionstätigkeiten zur Fortbildung.

Einige der angeführten Kategorien sind pro Kalenderjahr mit einer maximalen Stunden-Anzahl limitiert:

  • die Teilnahme an Seminaren, Webinaren, Tagungen, Fachmessen, Konferenzen und Fachvorträgen (klassische Lehreinheiten von zumindest 45 Minuten, wie beispielsweise an Universitäten oder bei Seminaren üblich, sind als ganze Stunde anrechenbar)
  • eigene Forschungen und eigene Entwicklungen (max. 15h/Kalenderjahr)
  • berufsrelevante wissenschaftliche Publikationen (max. 15h/ Kalenderjahr)
  • sonstige berufsrelevante fachliche Publikationen (max. 10h/ Kalenderjahr)
  • Tätigkeiten als Mitglied in berufsrelevanten Gremien der Kammern der ZT, als Prüfungskommissär, in Organisationen zur Erstellung von Regelwerken (max. 10h/ Kalenderjahr)
  • Vortragstätigkeiten und Lehrtätigkeiten und (max. 10h/ Kalenderjahr)
  • berufsrelevante Preisrichtertätigkeiten, Beiratstätigkeiten und Kommissionstätigkeiten (max. 10h/ Kalenderjahr)
  • Die Berufsberechtigten haben die in einem Kalenderjahr absolvierten Fortbildungsmaßnahmen der zuständigen Länderkammer auf elektronischem Wege zu melden und geeignete Nachweise anzuschließen (z.B. Teilnahmebestätigung, Bezeichnung der abgehaltenen Lehrveranstaltung, Seminarprogramm, Name und Erscheinungsort der Fachpublikation).

+ Zeitraum
Die Bundessektion der ZivilingenieurInnen hat in der IngenieurkonsulentInnen-Berufsfortbildungsverordnung konkrete Erfordernisse für den Fortbildungsnachweis festgelegt. In Kraft treten soll diese Verordnung am 1.1.2022. Ab dem Jahr 2023 werden dann Nachweise gefordert.

+ Abwicklung
Um den Mitgliedern das Erbringen der Nachweise so einfach wie möglich zu gestalten, hat die Bundessektion der ZivilingenieurInnen eine Webapplikation entwickeln lassen, die – integriert in das bestehende System des ZT-Datenforums – auf einfache Weise den Upload, das Speichern sowie das Einreichen der Nachweise ermöglicht. Auf diese Weise soll dem Mitglied ermöglicht werden, seine Fortbildungen im Rahmen der eigenen Website im ZT-Verzeichnis potentiellen KundInnen anzuführen.

Hier finden Sie den Verordnungstext.

Abgrenzung zu ArchitektInnen

Sie werden feststellen, dass die Sektion der ArchitektInnen eine eigene und weniger strikte Fortbildungsverordnung beschlossen hat. Dies hat folgende Gründe, die auch das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort nachvollzieht:
Berufsbild der ArchitektInnen ist ein anderes als jenes der ZivilingenieurInnen: Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem kreativen Schaffen. Daher erfolgen Weiterbildungen im Rahmen der Teilnahme an Architekturwettbewerben und ein formalistisches Lernen rückt in diesem Bereich in den Hintergrund.
Darüber hinaus gibt es bereits eine Berufsanerkennungs-Richtlinie für ArchitektInnen! Sie sind als Berufsstand sozusagen anerkannt. Bei den IngenieurInnen Europas ist das leider nicht der Fall. Siehe dazu auch eine von der Kommission (an den ECEC) beauftragte Studie zu Common Training Framework.