Qualitätssicherung Architekturwettbewerb: Vernetzungstreffen der PreisrichterInnen

Zum Thema „Qualitätssicherung Architekturwettbewerb“ fand am Freitag den 17. Mai 2019 im AEC Linz ein großes Vernetzungstreffen von PreisrichterInnen statt. ArchitektInnen aus ganz Österreich folgten der Einladung der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen und der Länderkammer für OÖ / Salzburg. Ziel war die direkte Verständigung von FachpreisrichterInnen untereinander sowie mit der Bundessektion der ArchitektInnen und der Sektion der ArchitektInnen der Länderkammer OÖ/Salzburg. Zur Diskussion standen die inneren und äußeren Bedingungen von Architekturwettbewerben und deren qualitätssichernde Wirkung.

Architekt DI Heinz Plöderl, Vorsitzender der Sektion ArchitektInnen der ZT-Kammer für Oberösterreich und Salzburg, und Architektin DI Katharina Fröch, stv. Vorsitzende der Bundessektion ArchitektInnen, begrüßten die knapp 60 TeilnehmerInnen.

Gemeinsam ging es dann in das interaktiv gestaltete Treffen bestehend aus zwei Teilen: Der Vormittag diente dem Erfahrungsaustausch mit gruppendynamischem Erarbeiten von Inhalten zu hard facts, social und soft skills für die weitere Arbeit der PreisrichterInnen. Im Dialog standen Wettbewerbsstandards und Abläufe mit Fairness und Transparenz. Auch die Bürgerbeteiligung im Vorfeld war ein wichtiges Thema. Auf die Frage, wie die Vorzüge des Architekturwettbewerbs besser genützt werden können, wurden Antworten von erprobten PreisrichterInnen in kleinen Teams erarbeitet.

Der Nachmittag diente der öffentlichen Diskussion über die Standards, die der Architekturwettbewerb braucht. Bundeskammer-Generalsekretär Dr. Felix Ehrnhöfer präsentierte die Umfrage-Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Studie unter Sach- und FachpreisrichterInnen.

Hochkarätige ReferentInnen gaben Einblick in die internationale Verfahrensorganisation von Architekturwettbewerben.

Arch. Prof. DI Hans Peter Achatzi ist ein beharrlicher Vertreter des offenen Architekturwettbewerbs als Regelverfahren und ein erfahrener Verfahrensorganisator. Hervorgetreten ist Prof. Achatzi mit der maßgeblich von ihm verfassten empirischen Studie: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Hg., Aufwendungen bei der Vergabe von Planungsleistungen, Berlin 2013. Darin kann er die oft gegen Architekturwettbewerbe vorgebrachten Argumente „zu teuer, zu zeitaufwändig, zu realitäts- und realisierungsfern“ entkräften.

Architektin DI Christine Horner ist Geschäftsführerin von SOLID architecture und eine erfolgreiche Teilnehmerin an vielen offenen Architekturwettbewerben sowie als Preisrichterin tätig. Sie ist langjähriges Mitglied im Sektionsvorstand der ArchitektInnen der Länderkammer Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Architekt und Stadtplaner DI Walter Landherr ist Vorsitzender des Ausschusses für Vergabe und Wettbewerbe der Region München/Oberbayern und stellt anhand seiner langjährigen Erfahrung und kontinuierlichen Weiterentwicklung eine effektive Betreuung von Wettbewerben auf hohem Qualitätsniveau sicher. Er ist ein profunder Berater der Auftraggeber bei der Wahl des Verfahrens sowie in allen Fragen zur Entwicklung der Aufgabenstellung und Erstellung von Wettbewerbsunterlagen.

Architekt und Stadtplaner DI Oliver Voitl ist Referent für Vergabe und Wettbewerb der Bayrischen Architektenkammer und Spezialist für Vergaben nach VgV und Architektenwettbewerbe, er hat bei 1300 Wettbewerben und über 500 Vergabeverfahren beraten und ist Mitautor mehrerer Leitfäden zum Vergabe- und Architektenrecht. Als ständiges Mitglied der Projektgruppe Vergabe und Architekturwettbewerb der Bundesarchitektenkammer Deutschland ist er u.a. mit der Anpassung der RPW 2013 an das neue EU-Vergaberecht befasst.

Im Anschluss fand ein Meinungsaustausch im moderierten Dialog zur weiteren Verarbeitung der gewonnenen Eindrücke statt.

Architekt DI Franz Haas begleitete die anschließende Exkursion „Architektur an der Donau“ mit Beiträgen zu AEC, Lentos, Parkbad, Brucknerhaus und Tabakfabrik.

Pressespiegel