Bundeskammervizepräsident BR h.c. DI Rudolf Kolbe, Sektionsvorsitzender BR h.c. DI Klaus Thürriedl, Bundespräsident Dr. Van der Bellen, Bundeskammerpräsident Arch. DI Christian Aulinger, Bundeskammergeneralsekretär Dr. Felix Ehrnhöfer; Foto: Katharina Schiffl

Bundespräsident Dr. Van der Bellen überreicht Forschungspreise der ZT-Kammer

4. Oktober 2018

Im Rahmen des Ingenieurtages hat Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen im Namen der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen den Forschungspreis für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen.

Die Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen lud gestern zum Ingenieurtag in die Orangerie des Schloß Schönbrunn. Nach einer Begrüßung des Präsidenten durch die Kammerspitze schritt man sogleich zur Eröffnung der Veranstaltung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Mag. Claudia Reiterer und Bundespräsident Dr. Van der Bellen im Gespräch; Foto: Katharina Schiffl
Sektionsvorsitzender und Veranstalter BR h.c. DI Klaus Thürriedl, Mag. Claudia Reiterer und Bundespräsident Dr. Van der Bellen; Foto: Katharina Schiffl

Im Interview mit der Moderatorin Claudia Reiterer wies Bundespräsident Van der Bellen auf die Bedeutung des Berufstandes der IngenieurInnen hin und hob hervor, wie sehr sich die Anforderungen an den Berufsstand, beispielsweise hinsichtlich des Klimaschutzes oder auch der Ästhetik von Bauwerken, in den vergangenen zwanzig Jahren verändert haben.

Angesprochen auf die heutzutage lauter werdende Kritik an den Kammern, warnte Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen davor die Institution Kammer aufzulösen ohne zu wissen, was an deren Stelle tritt:

"Wenn man diesen Interessensausgleich nicht in dieser Form hätte, dann wäre es wie im angelsächsischen Raum, wo der Lobbyismus vorherrscht. Dort sind jene im Vorteil, die die größte Finanzmacht haben", betonte er weiters.

Gastgeber: BR h.c. DI Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
Foto: Katharina Schiffl

Verleihung der Forschungspreise

Mit dem 2016 von der Bundeskammer ins Leben gerufenen Forschungspreis werden DiplomandInnen ingenieurwissenschaftlicher Fachbereiche  für herausragende wissenschaftliche Arbeiten honoriert.

Gastgeber des Ingenieurtages war der Sektionsvorsitzender BR h.c. DI Klaus Thürriedl. Er betonte, dass es der Kammer ein wesentliches Anliegen sei, den Nachwuchs zu fördern und so in intensiveren Kontakt mit den AbsolventInnen technischer Studienrichtungen treten zu können.

"Der Forschungspreis für herausragende wissenschaftliche Exzellenz auf Ingenieurgebieten, der heute hier verliehen wird, ist ein hervorragendes Instrument, um junge Menschen zu motivieren. Gleichzeitig ist er eine schöne Bestätigung für ihre schon erbrachte Leistung", sagte Van der Bellen.

Die verliehenen Forschungspreise gehen an acht DiplomandInnen der Fachbereiche Bauwesen (Christina Koppelhuber, Andreas Lindner und Matthias Rudolf), Informationstechnologie (Bernhard Ortner), Raumplanung, Landschaftsplanung und Geographie (Anna Galehr und Claudia Kurz) sowie Vermessungswesen (Johannes Falkner und Marco Schwai). Die ForscherInnen erhalten je eine Unterstützung von 2500.- Euro und als sichtbare Anerkennung eine platonischen Körpern nachempfundene Preisskulptur.

Als besonders erfreulich wertete Van der Bellen den hohen Frauenanteil unter den PreisträgerInnen, richtete aber auch eine Botschaft an die Berufsgruppe: Die Förderung von Frauen in technischen Berufen sei unbedingt notwendig: „In den klassischen Ingenieurberufen sind die Frauen deutlich in der Minderheit. Das müssen Sie ändern!

Die PreiträgerInnen

Ing. Thomas Prikner, DDI Matthias Rebhan, DI Andreas Brandner, DI Christina Koppelhuber, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, BR h.c. DI Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
DI Andreas Lotz, DI Claudia Kurz, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, Univ.-Prof. DI Lilli LIčKA, BR h.c. DI Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
DI Dietrich Kollenprat, Univ.-Prof. Dr. Ioannis Giannopolous, DI Marco Schwai, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, BR h.c. DI Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
DDI Bernhard Bauer, DI Andreas Brandner, DI Andreas Lindner, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, BR h.c. Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
DI Andreas Brandner, DI Matthias Rudolf, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, BR h.c. Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
Univ.-Ass. Mag. Dr. Elmar Kiesling, o. Univ.-Prof. DDr. A Min Tjoa, DI Thomas Hrdinka, DI Bernhard Ortner, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, BR h.c. Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
DI Andreas Lotz, DI Anna Galehr, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, Univ.-Prof. DI Lilli LIčKA, BR h.c. DI Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl
DI Dietrich Kollenprat, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Hans-Berndt Neuner, DI Johannes Falkner, Bundespräsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, BR h.c. DI Klaus Thürriedl; Foto: Katharina Schiffl

Download der Abstracts

Braucht Europa unabhängige IngenieurInnen?

Bundeskammerpräsident Architekt DI Christian Aulinger, Sektionsvorsitzender BR h.c. Klaus DI Thürriedl, CMag. Claudia Reiterer und Bundeskammervizepräsident BR h.c. DI Rudolf Kolbe; Foto: Katharina Schiffl

Dieser äußerst spannenden und hoch aktuellen Frage, ging die Kammerspitze unmittelbar im Anschluss an die Preisverleihung nach. 

Univ. Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger; Foto: Katharina Schiffl
Dr. Gunter Dueck; Foto: Katharina Schiffl
Foto: Katharina Schiffl

Der Nachmittag widmete sich wissenschaftlich basierten Vorträgen.

 

Univ. Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger referierte zum Thema "Technische Ausbildung im Umbruch" - und gab tiefe Einblicke in die Sicht auf die Zukunft durch einen Pädagogen.

Im Anschluss daran ging Dr. Gunter Dueck der Frage "Gestaltung der Gesellschaft: Aufgabe der IngenieurInnen?" nach.

Beide Inputs trafen auf enorme Begeisterung der knapp 300 BesucherInnen des Ingenieurtages. Auch bei der anschließenden Diskussion der beiden Experten mit Gastgeber Klaus Thürriedl moderiert durch Claudia Reiterer, gab es rege Beteiligung durch das Publikum.