Winterthur Deklaration

Ein transalpines Bekenntnis zur postfossilen Vergabekultur

Auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft spielt die Bauwirtschaft eine entscheidende Rolle. Besonders die öffentliche Auftragsvergabe verfügt über einen maßgeblichen Hebel, um die Dekarbonisierung voranzutreiben – steht jedoch gleichzeitig vor zunehmend komplexen Herausforderungen.

Diese und weitere Herausforderungen adressiert die „Winterthur Deklaration zur postfossilen Vergabekultur“, die im Rahmen des fünften trinationalen D-A-CH-Fachkolloquiums in Winterthur unterzeichnet wurde. Die Deklaration formuliert kompakte, praxisorientierte Empfehlungen, wie Bauherrenschaften postfossiles Planen und Bauen gezielt fördern können.

Dazu gehören unter anderem:

  • ein bewusster Umgang mit erhöhten Planungsunsicherheiten beim Bauen im Bestand,

  • ein differenziertes Abwägen von Zielkonflikten zwischen Suffizienz, Effizienz und Bauqualität,

  • die Stärkung interdisziplinärer Ansätze in Wettbewerbs- und Vergabeverfahren.

Ein gemeinsamer Schritt in Richtung klimaneutrale Baukultur

Mit der Unterzeichnung der Winterthur Deklaration bekräftigt die Bundeskammer der Ziviltechniker:innen ihr Engagement für eine nachhaltige, postfossile Vergabekultur. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem D-A-CH-Raum wird so ein wesentlicher Beitrag geleistet, um die Zukunft des Bauens klimafreundlich, wirtschaftlich tragfähig und qualitativ hochwertig zu gestalten.


5. D-A-CH-Fachkolloquium in Winterthur

Das diesjährige trinational organisierte Kolloquium, durchgeführt unter dem Motto „Post-Fossile Wettbewerbe – Verfahren, Instrumente, Erfahrungen“, wurde vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) ausgerichtet. Expert:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten, wie Planen und Bauen unter den Vorzeichen der Klimaneutralität neu gedacht und zukünftig ausgestaltet werden kann. Im Zentrum stand die Frage, ob und in welcher Weise sich die bewährten Regelwerke des Wettbewerbswesen sich im Hinblick auf veränderte Planungsaufgaben und -Planungsanforderungen des postfossilen Bauens verändern sollten oder müssen, und welche Anforderungen der postfossile Wettbewerb an unterschiedliche Verfahrensschritte stellt.

Die Bundeskammer war mit einer starken Delegation vertreten:

  • Daniel Fügenschuh, Präsident der BKZT

  • Klaus Thürriedl, BKZT-Vizepräsident

  • Michael Gasser, Vizepräsident LK Tirol/Vorarlberg

  • Carmen Schrötter-Lenzi, Vorsitzende der Sektion Architekt:innen LK Tirol/Vorarlberg

  • Regina Mayer, stellv. Vorsitzende der Sektion der Zivilingenieur:innen LK Tirol/Vorarlberg

  • Karina Helena Bruckner, Generalsekretärin der BKZT